Wie, das ist hier schon der 50. Post? Jup, passiert^^ Dann arbeiten wir mal an den nächsten 50 :D
Okay, eigentlich war das nicht der Grund, weshalb ich gerade am schreiben bin. Ich hatte die letzten Tage über eine ziemliche Tiefphase, nachdem die Wochen, seit ich wieder aus meinem Urlaub bei Hotel Mama zurück bin, echt toll waren. Ich hab mir am Wochenende in Wertheim (ja, Bilder kommen noch, bin nur selber noch nicht zum durchschaun gekommen) ne fette Erkältung geholt, abgesehen von Fieber war alles dabei. Dementsprechend lief auch nichts mit lernen oder sonstwie produktiv sein, ich saß so ziemlich den ganzen Tag daheim vor dem Laptop und hab Dr. House gesuchtet.
Nur, ich komm mit so viel Ruhe und Unproduktivität nicht gut klar, ich fühle mich recht schnell faul und unnütz, weil eigentlich hab ich was zu tun, aber ich schaffe es einfach nicht, mich aufzuraffen. Objektiv gesehen war das auch einfach nicht möglich, ich habs versucht, aber nachdem ich mir eine Frage vier mal durchgelesen hatte und immer noch nicht den Sinn dahinter verstanden hatte, hab ich aufgegeben. Aber seit wann sind Emotionen objektiv..
Es ist schwer, sich Pausen zu erlauben, und gleichzeitig nicht die Kontrolle darüber zu verlieren. Ich pendle sehr oft zwischen Extremen, ein Mittelmaß existiert für mich in den wenigsten Fällen. Entweder ich bin produktiv und schaffe etwas, oder ich liege den ganzen Tag im Bett oder vergammel vor dem Laptop. Ganz oft passiert es mir auch, dass ich total übermotiviert etwas anfange, aber nach wenigen Stunden oder Tagen die Lust daran verliere und ich es wieder weglege und es im Schrank oder einer Ecke verstaubt. So befriedigend es ist, einen Punkt auf der To Do Liste abzuhaken, es fällt mir oft extrem schwer eine Sache abzuschließen.
Solang etwas in Arbeit ist kann man es noch verändern, verbessern, verwerfen und neu beginnen. Aber sobald etwas fertig ist, wird es zur Prüfung eingereicht, und dann beginnt das Bangen, welches Urteil darüber gefällt wird. Und jedes Mal ist da die Angst, es könnte nicht gut genug sein. In meinen Augen ist es das sowieso nie.
Doch immer wieder zeigen mir wundervolle Menschen, dass es gut ist was ich mache, dass ich durchaus Talente habe, egal wie oft und wie wehement ich mir diese abspreche.
Nur ist da dann wieder dieser Perfektionismus - wenn man eine Disziplin nicht vollkommen fehlerlos beherrscht, so beherrscht man sie überhaupt nicht. Ich nenne mich Tänzer, doch vergleiche ich mich mit Schülern der John Cranko Schule oder der Vaganova Akademie, dann kann ich nichts. Natürlich, würde mir jetzt jeder sagen, das sind auch Profis, das ist deren Beruf, die leben davon, und ich mache das einmal die Woche, mit vielleicht ein, zwei Zusatzstunden daheim in der Woche, aber dieses Argument zählt für mich nicht. Ich nenne mich Chemiestudent, aber was hab ich bisher geschafft? Mein Schnitt ist mehr als schlecht, Physik hab ich nichtmal bestanden, und was mein Wissen angeht, nun ja, viel hab ich von den ersten beiden Semestern nicht behalten.. Und schlussendlich behaupte ich, nähen zu können - doch sehe ich die Werke anderer und will am liebsten alles zerreißen was ich bisher geschaffen habe..
Ich versuche immer wieder, mir meine Talente zuzusprechen, mir zu erlauben, Fehler zu machen, doch einfach ist das nicht, wenn perfekt bisher immer gerade gut genug gewesen ist.
Doch ich arbeite daran, das muss ich. Ich will mich nicht aufgeben, ich will ein lebenswertes Leben. Kein Dahinvegetieren, kein vor sich hin Leiden, ich will Freude und Lachen und auch Schmerz, ich will alles was das Leben herzugeben hat! Und wenn ich dafür unperfekt sein muss, dann muss ich das wohl akzeptieren. Vielleicht nicht gerade heute oder morgen, aber Stück für Stück, und irgendwann kann ich sagen, ja, das ist das Leben das ich mir wünsche :)
Oh, ihr tollen Menschlein da draußen, danke für eure lieben Worte und eure nicht enden wollende Geduld mit mir - ihr seid wundervoll!
Und damit bin ich weg, mich weiter den Klängen von Mel[l]ancholic Romance auf VoxNoctem hingeben :)
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